Januar, 2010

Der Kämmerer und die Strolche

Freitag, 29. Januar 2010

“…Und in der Ulmer Kultur, guter Seismograph, entstand auch seit längerem nichts Neues mehr, kein Aufbruch, kein Zorn, noch nicht einmal ein Skandälchen. Nirgendwo? Na, wenigstens aus dem Donaubüro ist Rumoren vernehmbar. Aber dort sind ja auch Peter Langer und Peter Zwey beheimatet, zwei, wie bestellt für Kolumnenstoff.

Ach der Langer, angreifbar wie eh, denn mit Geld umgehen, das kann er einfach nicht, wie jedes Kind weiß. Und nun, ach, sogar im Doppelpack mit dem Zwey. Oft mehr Kabarettist als Literaturwissenschaftler und mit Stetigkeit vor allem Personifikation des Nicht-Diplomaten. Einer, der aus schierer Streitlust Worte zu Speere schmiedet. So ein Polterer soll auch noch auf einer städtischen Honorarliste stehen?

Raus mit ihm, furort Gunter Czisch, Ulms Kämmerer und angesäuerter Co-Kassenwart des Donaubüros. Dabei hat Zwey mit einer erlesenen Literaturreihe eben mal etwas Weltläufigkeit nach Ulm gebracht. Natürlich hat er zuerst furort! Zwey Mal und ausgerechnet im Newsletter des Donaubüros. Ob intakte Seilschaften des berüchtigten Ceausescu-Geheimdiensts Securitate wohl bis ins EU-Parlament reichten, fragte er rhetorisch in einem literarischen Kommentar. Czisch fürchtet ob solcher Despektierlichkeit, die EU könne Ulms Donauaktivitäten nicht mehr so sehr gewogen sein. Zwey provoziert Liebesentzug bei Eurokraten? Eigentlich lächerlich.

Was Langer betrifft, so hält er offenbar so manche Absprache nicht ein, wie eh und je, wobei, niemals vergessen, im Baubereich immer viel mehr überzogen wird. Trotz unheilbarer Rechenschwäche ist er gut für Ulm, denn genialer Netzwerker, als der Langer seinem obersten Dienstherrn, Ivo Gönner, so manchen Roten Teppich auf den Stegen längs der Donau vorbereitet. Für den OB gibts neue Bühnen, die Donauidee gedeiht, das kleine Ulm blinkt auf der politischen Landkarte. Durch die winzige Donauakademie weht Geist. Und Gunther Czisch muss schauen, dass ihm die beiden Zampanos nicht zu viel Geld verbuttern.

Das ist einerseits im Vergleich zur Gönners natürlich die schnödere Rolle. Andererseits macht er gerade ziemlich viel aus ihr. Auf ihn läufts raus, wenn die CDU einen Gönner-Nachfolger ins Wahlrennen schickt. Die dafür nötige Profilierung gewinnt man halt mal nicht im Schatten von Gönners breitem Kreuz. Zum Zwey-Bashing passt seine Philippika gegen die Kulturtreibenden, nachdem die sich kritisch zur Beschneidung ihrer letzten freien finanziellen Spielräume geäußert hatten. Ach, der Finanzzuchtmeister und die unerziehbaren Kultur-Strolche - da reift offenbar wohl gerade großes Kolumnenstoff-Potential heran.”

Ulmisches. Kommentar von Thomas Vogel, am Mittwoch 27.01.2010 in Ulmer Wochenblatt.

quelle zur mündung

Donnerstag, 21. Januar 2010

quelle bis muendung

quelle zur mündung - poesie der donau
visuelle klang-installation

ulmer museum | 28. august bis 05. september 2010
internationales donaufest ulm|neu-ulm 2010
austellungseröffnung: 28. august 17 uhr
führung: 2. september 18 uhr

flüsse bedürfen der poesie…
in den vergangenen jahrzehnten entstand eine erkenntnis der lebensqualität der gewässer, ein bewusstsein für den notwendigen erhalt ursprünglicher biotope im gesamten donau-becken, und zwar über nationale grenzen hinweg.

immer mehr einzelne menschen und interessengruppen treten aktiv für eine länder und kulturen übergreifende initiative zur verwirklichung eines revitalisierbaren donau-ökosystems ein.

doch was bisher fehlt, und was wir dem fluss jetzt schulden, ist das, was vergangene zivilisationen und poetische geister zu allen zeiten den grossen strömen zugestanden haben: symbolische und mythische bedeutsamkeit.

zu deren unendlichem umfang gehören:
die seele, die im fluss wohnt, themen, die buchstäblich zu greifen sind wie: wandel, läuterung und fliessende kraft des lebens.

kurz: wasser transportiert neben dem lebensspendenden element auch energetische information. auf diese wahrnehmung vor allem will die installation aufmerksam machen.

eine gruppe von ulmer kunstschaffenden in zusammenarbeit mit internationalen künstlern präsentieren die installation ‘quelle zur mündung’ zum internationalen doanufest ulm/neu-ulm 2010 vom 27. august bis 5. september im ulmer museum.

die vernissage zur ausstellung wird als performance gestaltet, mit einer lesung des autors ferdinand schmatz, integriert in live-musik, video-projektionen und raum-klänge. geplant ist auch eine direkte teilnahme von künstlern aus anderen donaustädten via internet. (weiterlesen…)

Creative Commons License Except where otherwise noted, content on this side is licensed under a Creative Commons License.